Meteoritenschauer Perseiden

So stark wie schon lange nicht mehr!

Die "Sternschnuppen" scheinen alle aus dem Sternbild Perseus zu entspringen.    Bild: FA

Wer Mitte August den Nachthimmel beobachtet, dem bietet sich – wolkenfreie Sicht vorausgesetzt – ein prächtiges Himmelsspektakel: Regelmäßig zu dieser Zeit durchquert die Erde die Spur des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Da Kometen jedes Mal, wenn sie sich auf ihrer Bahn der Sonne nähern, durch deren Strahlungsdruck Materie verlieren, ist ihre Bahn dort durch kleinste Bruchstücke übersät. Größenmäßig reichen diese Fragmente vom Sandkorn bis hin zu Kieseln.
Durchquert die Erde nun eine solche Trümmerspur, so treten die Partikel in die Atmosphäre ein und verdampfen durch die Luftreibung in etwa 80 km Höhe. An den kurzzeitig ionisierten “Bremsspuren” können elektromagnetische Wellen reflektiert werden, bis hin zum 70-cm-Band. In der Praxis liegt der Aktivitätsschwerpunkt auf 50 MHz, 70 MHz und vor allem 144 MHz.

Während sich der gesamte Aktivitätszeitraum der Perseiden etwa von Mitte Juli bis Ende August erstreckt, zeigen sie um den 12./13.8. ein intensives Maximum. In der Spitze werden am 12.8. zwischen 1300 und 1500 UTC etwa 100 sichtbare Reflexionen (Sternschnuppen) erwartet, nach neuen Voraussagen des NASA-Meteorexperten Bill Cooke sollen es in diesem Jahr sogar 150 bis 200 Meteore pro Stunde werden. Funkmäßig dürften es dann noch deutlich mehr sein; auch kaum oder gar nicht sichtbare Sternschnuppen besitzen meist hinreichende Ionisierung.

Während bei der Meteorscatter-Ausbreitung im 2-m-Band selten längere Echos als 1 oder 2 s vermeldet werden, können es bei den Perseiden auch schon einmal 2 min sein. Für solche lang andauernden Echos ist der Schauer bekannt. Das reicht dann sogar für ein oder mehrere QSOs auf 144,200 MHz, der Frequenz für unverabredete SSB-MS-Verbindungen.

Neben langen MS-Reflexionen kann es bei den Perseiden aber auch einmal zu “richtiger” Sporadic-E-Ausbreitung (auch auf 21 MHz bis 51 MHz) kommen. Die Grundionisierung in der E-Schicht ist durch die injizierten Metallionen ja bereits angehoben. Da braucht es nicht mehr viel, dass sich herkömmliche Sporadic-E-Verdichtungen ausbilden.

DF2ZC und Red. FA/-rd

Quelle: www.funkamateur.de