Deutschland Rundspruch 30/2026
YLs und OMs,
Sie hören den Deutschland-Rundspruch Nummer 30 des Deutschen
Amateur-Radio-Clubs für die 31. Kalenderwoche 2026. Diesmal haben wir
Meldungen zu folgenden Themen:
– Kritische Sicherheitslücken in SvxLink – sofort aktualisieren
– DA0HQ unter den Top 5 in der IARU-WM
– Sendemasten in Junglinster sollen gesprengt werden
– Notfunk-Ausbildungswochenende in Utzmemmingen – jetzt Platz sichern
– Interview unter dem Turm Folge 91 mit Astronautin Rabea Rogge, LB9NJ
– Aktuelle Conteste
und
– Was gibt es Neues vom Funkwetter?
Hier die Meldungen:
Kritische Sicherheitslücken in SvxLink – sofort aktualisieren
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Das SvxLink-Projekt hat vor Kurzem die Version 26.05.1 veröffentlicht. Sie
schließt vierzehn Sicherheitslücken, von denen zwei als kritisch eingestuft
sind – die schwerste mit 9,8 von 10 möglichen Punkten. Betroffen sind alle
Versionen bis einschließlich 26.05, und zwar rückwirkend über mehr als ein
Jahrzehnt. Seit heute sind die technischen Einzelheiten über die
Sicherheits-Mailingliste oss-security öffentlich bekannt; damit steht jedem,
der es darauf anlegt, eine genaue Anleitung zur Verfügung.
Sicherheitslücken werden weltweit nach einem einheitlichen Schema bewertet.
Der Wert 9,8 bedeutet konkret: Der Angriff kommt über das Netz, er braucht
kein Passwort, der Sysop muss nichts anklicken oder bestätigen, und der
Aufwand ist gering. Was ein Angreifer im Erfolgsfall anrichten kann, reicht
je nach System vom Absturz der Relaissteuerung bis zur Ausführung eigenen
Programmcodes mit den Rechten des SvxLink-Prozesses.
Die schwerste Lücke steckt im EchoLink-Verzeichnisdienst. Beim Einlesen der
Stationsliste wird die Stationsbeschreibung ungeprüft in einen zu kleinen
Speicherbereich kopiert; ein manipulierter oder unterwegs abgefangener
Verzeichnisserver kann darüber fremden Code auf dem Relaisrechner ausführen.
Die Verbindung zum Verzeichnisserver läuft unverschlüsselt, ein Mitschneiden
und Verändern ist also technisch unaufwändig. Betroffen sind SvxLink mit
EchoLink-Modul ebenso wie der Client Qtel auf dem heimischen PC. Die zweite
kritische Lücke betrifft RemoteTrx: Ist kein AUTH_KEY konfiguriert, erhält
jeder erreichbare Rechner ohne jede Anmeldung vollen Zugriff auf den
Transceiver – einschließlich Sendetastung. Wer dann unter dem Rufzeichen der
Relaisfunkstelle sendet, entscheidet nicht mehr der Sysop.
Zu tun ist Folgendes: Version prüfen und auf 26.05.1 aktualisieren. Die
Pakete der Linux-Distributionen sind noch nicht nachgezogen – Debian liefert
derzeit 25.05.1 – und benötigen Rückportierungen, die bislang nicht
vorliegen. Wer nicht sofort aktualisieren kann, sollte für jeden
RemoteTrx-Uplink zwingend einen AUTH_KEY setzen und die Ports von RemoteTrx
und SvxReflector per Firewall auf bekannte Gegenstellen beschränken.
CVE-Nummern sind bislang nicht vergeben. Die vollständigen Hinweise kann man
online nachlesen [1].
SvxLink ist eine im Amateurfunk verbreitet quelloffene Software zur
Relaissteuerung und Sprachvernetzung, entwickelt von Tobias Blomberg,
SM0SVX. In Deutschland läuft ein großer Teil der FM-Relais, EchoLink-Zugänge
und Linkverbünde auf dieser Basis, oft auf einem Raspberry Pi.
DA0HQ unter den Top 5 in der IARU-WM
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Nach den eingereichten Logs [2] im IARU HF Championship liegt die
Spitzengruppe der HQ-Teams sehr dicht zusammen: Nur 4 % trennen die Top 5
voneinander. Das DA0HQ-Team hat bei sommerlichen Temperaturen 20 000 QSQs
gefahren. Nun wird die Auswertung wieder spannend, wie sich Punkteabzüge auf
das Endergebnis auswirken.
Für die 140 Sprinter, die ein “Full-House” geschafft haben, waren dieses
Jahr die Bänder 10 m und 160 m durch die hohe Tagesdämpfung die härtesten
Nüsse, die es zu knacken galt. “Bitte Euren Status ‚Low-Power’ bzw. ‚QRP’
auf unserer Webseite unter ‚Sprint, Melden’ eintragen, dann können wir
zeitnah die Sprintwertung berechnen. Danke an alle Anrufer und
Unterstützer”, berichtet Stationsmanager Ben Bieske, DL5ANT.
Sendemasten in Junglinster sollen gesprengt werden
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Die markanten RTL-Sendemasten auf dem Lënsterbierg in Junglinster in
Luxemburg stehen vor ihrem Ende. Die drei 215 m hohen Antennenträger sollen
in den kommenden Monaten kontrolliert gesprengt und anschließend
zurückgebaut werden. Die Antennen sind nicht denkmalgeschützt und der
Rückbau ist aus rechtlichen Gründen vor Anfang Oktober nicht möglich. Die
Sendeanlage war bis 1974 auf Langwelle im Dauerbetrieb und ist noch heute
ein prägendes Wahrzeichen des Lang- und Kurzwellenrundfunks in Luxemburg.
Nachdem die Sendeanlagen bereits seit einiger Zeit außer Betrieb sind,
besitzen die Masten heute nur noch historischen Wert. Mit ihrem Abriss
verschwindet ein weiteres Stück europäischer Rundfunkgeschichte. Auf dem
frei werdenden Gelände ist die Entwicklung eines großen Baugebiets
vorgesehen.
Notfunk-Ausbildungswochenende in Utzmemmingen – jetzt Platz sichern
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Vier Tage, ein Platz am Rand des Nördlinger Rieses und ein Programm, das den
Seminarraum weitgehend links liegen lässt: Vom 1. bis zum 4. Oktober lädt
das Referat für Not- und Katastrophenfunk zum bereits sechsten
Notfunk-Ausbildungswochenende ein, diesmal auf die Ringlesmühle in
Utzmemmingen, das liegt im Locatorfeld JN58ET.
Im Mittelpunkt stehen das Material und die Module des DARC-Notfunks und die
Software dahinter – und zwar nicht zum Zuhören, sondern zum Anfassen. Am
Ende des Wochenendes stehen Masten, weil ihr sie aufgebaut habt, und Technik
läuft, weil ihr sie in Betrieb genommen habt. Dass festes Schuhwerk und
wetterfeste Kleidung genauso auf der Packliste stehen wie das
70-cm-Handfunkgerät und ein Laptop, hat also seinen Grund: Ein guter Teil
der Übungen findet draußen statt, auch außerhalb des Geländes.
Das Programm läuft auf zwei Schienen. Wer zum ersten Mal dabei ist, bekommt
von Grund auf das Rüstzeug für die Mitarbeit in einer regionalen
Notfunkgruppe. Für die Fortgeschrittenen-Schiene ist die Teilnahme an einem
früheren Ausbildungswochenende Voraussetzung – dort geht es entsprechend
tiefer. Was diese Wochenenden darüber hinaus ausmacht, steht in keinem
Programmpunkt: die Gespräche zwischen den Blöcken, aus denen eine Mannschaft
wird, die sich im Ernstfall bereits kennt. Mehr Informationen gibt es auf
der Webseite des Referats [3].
Interview unter dem Turm Folge 91 mit Astronautin Rabea Rogge, LB9NJ
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In der Videoreihe “Interview unter dem Turm” stellt Ihnen der DARC
Funkamateure und ihre Leidenschaft für ihr Projekt vor. In der Folge 91
sprechen wir mit Rabea Rogge. Sie war die erste deutsche Astronautin im
Weltall und dank der Initiative von ARISS und DARC zu Gast auf der
diesjährigen HAM RADIO. Wir haben das vollständige Interview am TREFF.DARC
auf der Messe aufgezeichnet und präsentieren es Ihnen nun auf dem
DARC-YouTube-Kanal [4]. Im Video erleben Sie ihre lebhaften Antworten auf
viele Fragen: Wie ist sie mit ihrer Verantwortung als Pilotin der
FRAM2-Mission umgegangen? Welchen Bezug hat sie zum Medium Funk? Welchen
Blick hat sie auf unseren Planeten Erde? Diese und viele weitere Fragen in
unserem “Interview unter dem Turm”. Als Teil der rein privat finanzierten
SpaceX-Raumfahrtmission Fram2 flog Rabea Rogge in einer polaren Umlaufbahn
um die Erde. Während der Mission führte sie das Projekt Fram2Ham durch und
sendete SSTV-Bilder.
Aktuelle Conteste
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1. August: European HF Championship
1. und 2. August: DARC UKW-Sommer-Fieldday und Bayerischer Bergtag
2. August: Alpen-Adria Contest
8. bis 9. August: WAE DX Contest und RSGB MGM Contest
9. August: Nordischer Höhentag
Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des Contest-Referates [dx]
sowie mittels der Contest-Termintabelle in der CQ DL 8/26 auf S. 70.
Der Funkwetterbericht vom 28. Juli, erstellt von Tom Kamp, DF5JL
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Zunächst der Rückblick vom 21. bis 28. Juli:
Eine weitere Woche mit erhöhter Sonnenaktivität liegt hinter uns, in der
stieg der solare Flux von 137 auf Werte um 150 Einheiten an. Die größte und
komplexeste Fleckengruppe war die Region 4493 mit einem M3,6-Flare am 22.
Juli um 06:35 UTC. Verbunden mit diesem Ereignis war ein kräftiger
10-cm-Burst mit 200 solaren Flux-Einheiten. Die Region 4494 erzeugte unter
anderem ein M3,2-Flare um 1528 UTC am 26. Juli. Es kam zu einem
Typ-II-Sweep-Ereignis mit einer geschätzten Stoßgeschwindigkeit von 1057
km/s sowie ein M1-Flare am 27. Juli. Weitere nennenswerte Aktivitäten wurden
nicht beobachtet.
Das Erdmagnetfeld war nur am Abend des 23. Juli kurzzeitig gestört, als die
Erde einen schnellen Sonnenwindstrom mit 650 km/s durchquerte. Der
Hp30-Index [5] erreichte dabei einen Wert von 6,33. Die MUF-Werte über 3000
Kilometer lagen in den vergangenen Tagen tagsüber gegen 1200 UTC zwischen 20
und 22 MHz.
Das 20-m-Band blieb über weite Teile des Tages gut nutzbar und zeigte sich
recht stabil, 17 und 15 m zeigten immerhin solide DX-Öffnungen, während
12/10 m schwächelten. Insbesondere auf 10 m kam es jedoch immer wieder zu
Sporadic-E, dabei waren vormittags sogar Multihop-Weitverbindungen nach
Nordamerika sowie nach Südostasien möglich.
Vorhersage bis 4. August:
Derzeit sind sechs Sonnenfleckenregionen auf der uns zugewandten Sonnenseite
zu erkennen. AR4493 ist inzwischen hinter dem westlichen Sonnenrand
verschwunden. AR4494 und AR4495 lösen sich weiter auf und weisen nun
einfachere magnetische Konfigurationen auf. Hinter dem östlichen Rand zeigen
sich zwei neue Regionen, ihr Potenzial schon jetzt zu beurteilen ist jedoch
schwierig. Die übrigen Regionen sind klein, magnetisch einfach und von
geringer Bedeutung. Das Flarerisiko ist gering bis moderat mit M 40 Prozent
und X 10 Prozent.
Der solare Flux wird die kommenden Tage auf um die 125 Einheiten abfallen.
Die geomagnetische Aktivität bleibt im auslaufenden Juli überwiegend ruhig,
erst mit Beginn des Monats August zieht die Geomagnetik wieder an. Damit
ändert sich wenig zur Vorwoche: Die besten DX-Bänder bleiben tagsüber 20 und
17 m, gelegentlich auch 15 m. Nachts liefern 40 und 30 m laute DX-Signale,
doch könnten sich Sommergewitter störend bemerkbar machen.
Es folgen nun die Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:
Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 19:22; Melbourne/Ostaustralien 21:22;
Perth/Westaustralien 23:07; Singapur/Republik Singapur 23:05;
Anchorage/Alaska 13:28; Johannesburg/Südafrika 04:47; Tokio/Japan 19:47;
Honolulu/Hawaii 16:02; San Francisco/Kalifornien 13:10; Port
Stanley/Falklandinseln 11:33; Berlin/Deutschland 03:22.
Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 00:17; San Francisco/Kalifornien
03:21; Sao Paulo/Brasilien 20:38; Port Stanley/Falklandinseln 20:15;
Honolulu/Hawaii 05:13; Anchorage/Alaska 06:45; Johannesburg/Südafrika 15:33;
Melbourne/Ostaustralien 07:30; Auckland/Neuseeland 05:30; Berlin/Deutschland
19:08.
Das waren die Meldungen des DARC-Deutschland-Rundspruchs. Die Redaktion
hatte Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL. Meldungen für den
Rundspruch – mit bundesweiter Relevanz – schicken Sie bitte per Post oder
Fax an die Redaktion CQ DL sowie per E-Mail ausschließlich an
redaktion@darc.de. Diesen Rundspruch gibt es auch als PDF- und MP3-Datei auf
der DARC-Webseite, in Packet Radio unter der Rubrik DARC sowie per
E-Mail-Abonnement. Über die DARC-Webseite [mail] können Sie sich dazu
jederzeit an- und abmelden. Bitte bewahren Sie hierfür Ihr Passwort stets
griffbereit auf!
Vielen Dank fürs Zuhören und AWDH bis zur nächsten Woche!
—
Verzeichnis der Internetadressen:
[1] https://github.com/sm0svx/svxlink/security/advisories
[2] https://contests.arrl.org/rawscores.php?cn=iaruhf
[3] https://notfunk.darc.de/nfawe
[4] https://youtu.be/4vAKlIms_sw
[5] https://kp.gfz.de/hp30-hp60
[dx] https://www.darc.de/der-club/referate/conteste/






